Persönlicher Erfahrungsbericht von COCOtravellerin Margit.
Um Eurasierdame Qalisha nicht wie so oft in Obhut geben zu müssen, begab sich COCOtravellerin Margit mit ihrem geliebten Vierbeiner und Begleitung ins Hotel Bergzeit nach Großarl – dem ersten spezialisierten Hundehotel im Salzburger Land. Sie erlebte einen echten Familienbetrieb mit Großarler Herzlichkeit und italienischem Charme, ein Panoramazimmer mit Morgensonnebalkon, überraschend kreative Alpenküche – und ein Wochenende, das beweist: Urlaub mit Hund muss kein Kompromiss sein.
COCOfacts zum Hotel Bergzeit Großarl
✔️ Lage: Großarl, Salzburger Land – direkt neben der Gondelbahn auf den Erlebnisberg Kieserl
✔️ Kategorie: 4 Sterne Superior Boutiquehotel, 26 Zimmer & Suiten, familiengeführt
✔️ Hunde-Fokus: Erstes spezialisiertes Hundehotel in Großarl – aus der Perspektive von Vierbeinern konzipiert
✔️ Fellness-Bereich: Duschen, Trimmen, Föhnen für den Liebling – plus künftig professionelle Hundefriseurin
✔️ Kulinarik: Bergküche mit südlichem Einschlag – inklusive eigenem Hundemenu auf Vorbestellung
✔️ Hundewiese: Eingezäunte Freilaufflächen direkt am Hotel, größeres umzäuntes Areal fußläufig erreichbar
✔️ Atmosphäre: Familiärer Charme – alpin verwurzelt, mediterran gewürzt
✔️ Empfehlung für: Hundebesitzer, die echten Urlaub machen wollen – gemeinsam mit ihrem Liebling
Ankunft in Großarl: Schnüffeln erlaubt
Als ungewöhnliches Reisegespann brechen wir diesmal nach Großarl ins Hotel Bergzeit auf: Qalisha, meine achtjährige Eurasierdame, ist mit von der Partie. Wer von uns beiden aufgeregter ist? Schwer zu sagen.
Das Bergzeit ist seit vergangenem Sommer das erste spezialisierte Hundehotel in Großarl – ein 4 Sterne Superior Boutiquehotel mit 26 Zimmern und Suiten, das ganz bewusst auf hundefreundlichen Service, eigene Ausstattung für die Fellnasen und familiengeführte Gastfreundschaft setzt. Nicht für Herrchen und Frauchen, die ihren Hund irgendwie mitschleppen – sondern für alle, die tatsächlich mit ihrem Tier gemeinsam Urlaub machen wollen.
Nach ersten willkommenen Schnüffelminuten im Foyer und ein paar Leckerlis von Marlene an der Rezeption legt sich Qalishas Anspannung – und meine gleich mit. Schon diese wenigen Momente verraten mir: Hunde sind hier kein geduldeter Anhang, sondern selbstverständlicher Teil der Gästekultur.
Das milde Frühlingswetter zieht uns sofort auf die Hotelterrasse. „Leine los“ heißt es für Qalisha – die eingezäunte Hundewiese mit ansehnlicher Dogtoilet direkt beim Haus ist ideal für ihre erste Herumtollerei. Gleich unterm Hotel fließt die Großarler Ache und lädt zu einem ersten Rundgang entlang ihres naturbelassenen Flussbettes ein. Das Wasser ist zur Schneeschmelze noch zu kalt – aber im Sommer sehe ich Qalisha hier schon planschend vor mir.
Großarler Herzlichkeit mit einer Brise Bella Italia
Seit zwei Jahrzehnten führen Eva und Mariano das Bergzeit gemeinsam. Eva ist Großarlerin durch und durch – nach Jahren im Ausland wieder in die Heimat zurückgekehrt. Mariano, ihr Mann, bringt als gebürtiger Italiener den südländischen Charme mit. Was die beiden im Haus versprühen – eine Mischung aus alpiner Bodenständigkeit und mediterraner Leichtigkeit – trägt das gesamte Team mit. Das kommt uns Gästen zugute.
Mit echtem Spürsinn für Vierbeiner kuratiert
Und dann ist da noch Gloria, die ältere Tochter. Sie war es, die die entscheidende Idee hatte: das Familienhotel der Eltern in ein spezialisiertes Hundehotel umzuwandeln. Nach drei Monaten Umbauzeit öffnete das Bergzeit im Sommer des Vorjahres neu. Und der Unterschied zu einem bloß „hundefreundlichen“ Hotel ist spürbar. Es wurde konsequent aus der Perspektive von Vierbeinern und ihren Besitzern gedacht – um beiden gerecht zu werden. Die Fellnasen sind nicht bloß geduldet – sie bilden das Zentrum der Aufmerksamkeit.
Trinkstationen auf jeder Etage, Hundetücher mit süßem Aufdruck zum Pfoten saubermachen, Sackerl-Spender für das „große Gschäft“ – die Details stimmen. Dazu zwei kleinere Freilaufplätze direkt beim Hotel und ein größeres umzäuntes Areal, einen kurzen Spaziergang entfernt. „Im Sommer kommt noch ein Agility-Parcours dazu und gemütliche Sitzplätze für die Zweibeiner“, verrät Gloria. „Die Idee unserer Tochter ist aufgegangen“, freut sich Hotelchefin Eva – und streichelt dabei den gelb-rötlichen Haustiger, der sich sichtlich von keinem Gast der Welt aus der Ruhe bringen lässt.
Panoramablick, Lodenpolster und goldener Futterlöffel
Unser Zimmer ist ein Panoramazimmer mit großem Morgensonnebalkon – der Blick geht über den Ort hinein in die Berge. Die Ausstattung ist funktionell, aus heimischem Holz und hochwertigen Naturmaterialien gefertigt. Die Lümmelecke im Erker ist mit feinem Loden einer heimischen Manufaktur gepolstert, das zum Zimmer offene Bad lässt alles weit und hell wirken.
Für Qalisha: ein großes orthopädisches Hundebett, bereitstehende Fressnäpfe und – im offenen Schrankteil – allerlei Zubehör für den Vierbeiner. Sogar ein goldener Futterlöffel liegt bereit. Dass das Bergzeit keinen Aufwand scheut, zeigt sich dabei besonders deutlich.
Kleine Anmerkung am Rande: Unter der Regendusche bekomme ich neugierigen Besuch von meiner Zimmergenossin. In dem Moment wünsche ich mir entweder eine klarere Abtrennung zur Nasszelle – oder schlicht einen besser erzogenen Hund.
„Bongiorno“ und „Griaß‘ enk“: Ein Morgen mit Charakter
Am Frühstücksbuffet steigt sofort gute Stimmung auf. Mitverantwortlich dafür: das charmante „Bongiorno“ von Hausherr Mariano, während er unsere Teller mit hauchdünnen SanDanieleSchinken von der Schneidemaschine bestückt. „Ein Freund aus Mailand hat das Prachtstück extra für mich angefertigt – inklusive Namensgravur“, berichtet er mit sichtlichem Stolz.
Das Buffet hält, was es verspricht: „Ruccola meets Rührei“ frisch aus der Pfanne, knuspriges Gebäck, Porridge und Waffeln mit hausgemachter Marmelade, ein Potpourri aus regionalem Käse und Wurst, sonnengereifte Früchte sowie kleine Süßigkeiten. Dazu ein Cappuccino, der Bella Italia direkt in die Bergwelt bringt.
Der fix zugeteilte Tisch im Restaurant gibt Qalisha Orientierung – sie hat schon Platz genommen, bevor ich die Speisekarte aufgeschlagen habe. Wir schmökern in der „Bergzeit-ung“ – und entdecken darin das Rezept für Hundekuchen. Diesen hat Qalisha bereits im Foyer am originellen Hunde-Buffet erschnüffelt und für gut befunden hat. Die Ausflugstipps und die Wetterprognose locken uns anschließend nach draußen.
Hoch hinaus: Mit der Gondel auf den Kieserl
Nur ein paar Hundesprünge sind es vom Bergzeit zur Gondelbahn, die uns auf Großarls Erlebnisberg bringt. Auf 2.000 Metern warten gemütliche Hütten, Sonnenterrassen, unzählige Wege zum Stöbern und Streifen – und eine Aussicht, die nicht nur Hundeherzen höherschlagen lässt. Im Winter lockt der Einstieg in die Schischaukel Großarl/Dorfgastein mit 70 Pistenkilometern.
Unten im Tal sprießen bereits die ersten Frühlingsboten. Hier oben will der Winter noch nicht weichen. Ein Getränk im Liegestuhl auf der 360-Grad-Panoramaterrasse der „Wolke 7″, dann stapfen wir auf dem verschneiten Wanderweg Richtung Fulseck. Qalisha tobt ausgelassen, wälzt ihre zottelige Mähne im frischen Schnee – und strahlt dabei so viel unverstelltes Glück aus, dass ich kurz vergesse, wie kalt meine Füße sind.
Fellness: Trimmen, Föhnen, Durchatmen
Zurück im Warmen gilt es den nassen Berghund wieder salontauglich zu machen. Dies geschieht im Fellness – einem funktionell gestalteten Raum im Untergeschoß, der immer offensteht: zum Duschen, Trimmen und Trockenföhnen der Lieblinge, so oft es nötig ist. Qalisha sondiert kurz die Umgebung und verweigert das komplette Verschönerungsprogramm.
„Zukünftig wird noch eine Hundefriseurin für professionelle Behandlungen zum Team dazustoßen“, sagt Gloria. Sie übernimmt auf Wunsch auch die Betreuung der Fellnasen, wenn ihre Besitzer mal ohne Begleitung unterwegs sein oder Zeit im kleinen, feinen SPA genießen möchten. Dort haben Hunde – verständlicherweise – keinen Zutritt.
Atempause für Zweibeiner
Der SPA-Bereich liegt gleich nebenan, gestaltet in einem ruhigen, stimmigen Farbkonzept: Warme Salbeitöne, sanfte Lichtstimmung, einladende Ruhekojen – ein echter Rückzugsort nach einem Aufguss in der Sauna. Meine zweite Begleitung gönnt sich hier nach einem Abstecher in den angrenzenden Fitnessraum genau das: Stille und ein gutes Buch.
Ich werfe noch einen Blick in die hauseigene Hundeboutique. Liebevoll arrangiert findet sich hier alles, was Hunde und ihre Menschen sowohl im Alltag als auch im Urlaub glücklich macht: kuschelige Betten für den Liebling, modische Halsbänder, Spielzeug, Wander- und Reiseequipment sowie Taschen mit charaktervollen Vierbeiner-Prints. Am meisten begeistern Qalisha – wenig überraschend – die gut gefüllten Futterdosen.
Bergzeit-Kulinarik: Almwiese trifft Olivenöl
Am Abend wird Lady Dog mit ihrem gewohnten Futter versorgt, bevor wir uns auf Marianos Küche freuen. Die Speisekarte bringt zwei Welten auf den Teller: „Alpenküche trifft mediterrane Aromen.“ Rinderbouillon mit Frittaten oder Minestrone mit Parmesan-Chip? Goldbrasse mit Perlweizenrisotto und Spargel-Brokkoli oder Lammkrone mit Caponata auf Pastinakencreme? Beim Dessert: Apfelradln mit Vanille-Espuma und Zimteis oder Profiteroles mit Chantilly-Creme und Mokkasauce.
Auch die Weinkarte verbindet die Welten – wir probieren den rubinroten „Corte Pavone“ aus der Toskana und den Chardonnay „am Berg“ aus der Thermenregion. Beide passen – und munden vorzüglich.
Qualishas Out of the Ordinary Moment:
Auch sie speist nicht von der Pfote in den Mund. Das Bergzeit führt ein eigenes Hundemenü – auf Vorbestellung beim Küchenchef. Zur Wahl stehen Putenbrust mit Reis und Gemüse, zarter Seelachs – oder, für Veggie-Fellnasen, Quinoa mit Blumenkohl und Erbsen. Den krönenden Abschluss macht das Leberwurst-Eis.
Wenn Hunde auf Hunde treffen
Auch wohlerzogene Hundenasen können sich teilweise untereinander nicht „riechen“ – das gilt hier genauso wie anderswo. Was mich aber positiv überrascht: Die vierbeinigen Bergzeit-Gäste teilen ihr Revier erstaunlich entspannt miteinander. Wirbelwind „Freddy“, ein australischer Shepherd, und „Gusti“, ein schon etwas in die Jahre gekommenes Malteserweibchen, wedeln aufgeregt auf Qalisha zu. „Giovanna“ dagegen – die hübsche Toy-Pudel-Dame – signalisiert klar: Nähe nicht erwünscht. Auch das gehört dazu.
Hotelchefin Eva bringt es aus Erfahrung auf den Punkt: „Kurz nach der Wiedereröffnung letzten Sommer habe ich mal 30 Hunde gezählt. Sie haben unser Hotel ganz entspannt in Beschlag genommen.“
🐾 COCOtipp:
Wenn dein Hund zum ersten Mal mit anderen Gästen auf engem Raum zusammentrifft, empfiehlt sich eine gemeinsame Schnüffelrunde an der Leine entlang der Großarler Ache. In der Geruchsspur der anderen laufen – das schafft erste Vertrautheit, ohne Druck. Gelingt das gut, steht gemeinsamem Toben auf der eingezäunten Hundewiese nichts mehr im Wege.
Pudelwohl in Großarl
Vor unserer Abreise treffen wir vor dem Hotel ein älteres Pärchen aus Deutschland. Sie erkundigen sich neugierig nach unseren Eindrücken – und bedauern ehrlich, dass sie ihren Liebling diesmal zu Hause gelassen haben. Nächstes Jahr kommen sie mit, sagen sie.
Wir Drei fahren mit einem Lächeln nach Hause. Das Bergzeit hat uns gezeigt, dass man seinen Liebling nicht zu Hause lassen muss, um zur Ruhe zu kommen. Hier ist Qalisha keine Ausnahme – sie ist willkommen. Und das merkt man vom ersten Leckerli bis zum letzten Panoramablick.
FAQ: Hotel Bergzeit Großarl – Häufige Fragen
Ist das Hotel Bergzeit wirklich auf Hunde spezialisiert? Ja – und das spürt man vom ersten Moment an. Das Bergzeit ist das erste spezialisierte Hundehotel in Großarl und wurde nach drei Monaten Umbauzeit bewusst aus der Perspektive von Vierbeinern und ihren Besitzern neu konzipiert. Von Trinkstationen über orthopädische Hundebetten bis zum eigenen Fellness-Bereich: Hier wurde nicht bloß ein Schild ausgewechselt.
Welche Infrastruktur gibt es für Hunde im Bergzeit? Eingezäunte Freilaufflächen direkt am Gelände, ein größeres umzäuntes Areal zehn Gehminuten entfernt, ein Fellness-Raum zum Waschen, Trimmen und Föhnen, Trinkstationen auf allen Etagen und eine Hundeboutique mit Zubehör für jeden Bedarf.
Dürfen Hunde überall im Hotel dabei sein? Die Fellnasen sind beim Frühstück, im Restaurant und auf dem gesamten Hotelgelände willkommen. Einzige Ausnahme: der SPA-Bereich. Auf Wunsch übernimmt das Team auch die Betreuung der Lieblinge.
Was gibt es im Bergzeit zu essen – auch für den Hund? Die Küche verbindet Alpenküche mit mediterranen Aromen. Für die vierbeinigen Gäste gibt es ein eigenes Menu auf Vorbestellung: Putenbrust, Seelachs oder Quinoa-Gemüse für Veggie-Hunde – und Leberwurst-Eis als Highlight.
Wie gut eignet sich das Bergzeit für Ausflüge in die Umgebung? Sehr gut. Die Gondelbahn auf den Kieserl (2.000 m) startet direkt nebenan – im Winter in die Schischaukel Großarl/Dorfgastein, im Sommer zu Panoramaterrassen und herrlichen Bergwegen. Der Liebling darf selbstverständlich mit.
Für wen ist das Bergzeit besonders geeignet? Für alle, die echten Urlaub machen möchten – gemeinsam mit ihrem Hund. Ideal für Naturliebhaber, Aktive und alle, die Wert auf persönliche Atmosphäre, gutes Essen und ein Gastgeberteam legen, das wirklich mitdenkt.
Fotos& Text: Margit Bachner